Der Lord der Clans

Ende der 90er Jahre wollte Blizzard auf den Zug der Point-and-Click Adventures aufspringen, dummerweise waren sie etwas zu spät damit und als der Markt einbrach wurde die Entwicklung kurz vor der Fertigstellung gestoppt. Mittlerweile wurde die fast fertige Version geleakt doch damals entschied man sich das die Story zu wichtig war um in der Versenkung zu verschwinden. Da der erste Autor der einen passenden Roman dazu schreiben sollte schaffte es nicht in der vorgegebenen Zeit und so kontaktierte man Christie Golden die damals primär für Star Trek schrieb.

Was dabei heraus gekommen ist, ist der zweite je veröffentlichte Warcraft Roman (nach Der Tag des Drachen) und bereits hier zeigt sich das Faible das die Autorin für die Orcs hat. Es ist die Geschichte von Thrall, dem Sohn von Durotan dem Häuptling der Eiswölfe und seiner Frau Draka. Wie auch im Film so wird hier in der Welt des Rollenspiels und der Romane das kleine Orc Baby ausgesetzt weil die Eltern getötet werden, doch wo der Film aufhört fängt diese Geschichte erst an. Der Häuptlingssohn wird von einem Menschen gefunden der aber nichts Gutes im Sinn hat. Seine Name „Thrall“ bedeutet soviel wie Sklave und als solcher wird er zum Kampf ausgebildet und soll so in der Gladiatoren Arena seinem Herrn Geld einbringen. Doch nicht alle Menschen sind grausam und so lernt Thrall auch Gnade und Güte kennen, sowie Taktiken, Geschichte und Geographie.

Golden zeigt eindrücklich das die Orcs nicht bloß wilde Monster sind sondern eher ehrenhafte Krieger, die zwar die Schlacht lieben, aber nicht sinnlose Gemetzel. Allerdings merkt man dem Roman auch die frühe Entstehung an. Viele der Geschichten und Hintergründe existierten damals noch nicht uns so entstehen für jemand der das aktuelle Warcraft Universum kennt doch einige Ungereimtheiten. Hier wissen die Orcs lange nichts von Gul’Dans Verrat und seiner Verbindung zu den Dämonen, wo mittlerweile bekannt ist das nur diejenigen Orcs davon betroffen sind die von Mannoroths Blkut tranken.

Auch Übersetzung und Lektorat lassen ein wenig zu wünschen übrig. So wechseln Angaben gegen wie viele Gegner Thrall kämpfen musste immer mal wieder und Blackthorn steht zum Teil im Original da und zum Teil übersetzt als Schwarzmoor.

Trotzdem ist auch dieser frühe Roman mehr als lesenswert. Er erzählt einen essentiellen Teil der Geschichte der Orcs und das sehr gut. Die oben erwähnten Inkonsistenten kann man überlesen, bzw. erklären und auch das schlechte Lektorat ist zwar ärgerlich aber nicht entscheidend.

Bewertung: 4/5

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