Die Bendis Apokalypse

Nun ist es geschehen, das Ende aller Dinge steht bevor, die ultimative letzte Entscheidung, der Untergang der Welt … zumindest der westlichen … okay vielleicht doch nur der Comicwelt.

Eventuell beschränkt sich der Untergang aber auch nur auf Marvel … oder DC, je nachdem auf welcher Seite man steht und ob man Bendis nun total knorke findet oder ihn abgrundtief hasst … weil ich mittlerweile das Gefühl bekomme das dazwischen kaum etwas möglich ist. Da sind diejenigen die meinen das der „kahlköpfige welche“ alleine einen Verlag vernichten kann, dies bereits seit vielen Jahren mit Marvel praktiziert und nun sein Zerstörungswerk auf DC konzentrieren will. Diejenigen von denen die Marvel Fans sind jubel ob der Nachricht des Wechsels und jene die eher dem Fledermaus-Verlag anhängen sind aus ihrer Depression seit der Ankündigung nicht mehr heraus zu bekommen.

Auf der anderen Seite gibt es dann solche die Bendis in einem Zug mit Alan Moore nennen und ihn für „das beste“ halten was der Comicwelt seit Jack Kirby und Stan Lee passieren konnte. Auch hier gibt es Marvel Fans die der Weggang nun zu Tode betrübt und DC Fans die sich darauf freuen endlich IHRE Helden vom dem Großmeister persönlich geschrieben zu sehen.

Hinzu kommen diverse Verschwörungstheorien, dass Bendis nur geht weil er mit Marvel, der Ausrichtung des Verlags, den Redakteuren oder dem Geschmack des Kaffees nicht zufrieden ist.

Alles Bullshit!

Bendis ist ein Autor der sowohl gut als auch schlechte Comics geschrieben hat. Der eine schwört auf seinen Daredevil, der nächste mag sein Powers, wieder jemand anders sieht Scarlet als seine beste Arbeit an und ich mag besonders das was er mit Iron Man, Riri und Doom gemacht hat. Es soll sogar Leute geben die seine Avengers mögen. Vor allem aber war er bisher sehr erfolgreich. Nicht umsonst wurde seine Schöpfung Jessica Jones als Netflix Serie produziert, schlicht weil die Idee dahinter und die Umsetzung einfach einen Nerv getroffen hat.

Auch sein Run an den Avengers, der von vielen so kritisiert wird, war erfolgreich und hat mit „Next Avengers“ sogar einen Zeichentrickfilm mit von ihm geschaffenen Charakteren hervor gebracht. Er hat so ziemlich jeden Charakter bei Marvel bereits geschrieben und wohl auch nahezu alles erreicht was man dort erreichen kann. Vielleicht ist ja genau DAS der Grund für den Wechsel. Ab und an braucht man neue Motivation, einen anderen Blickwinkel und neue Herausforderungen. Vielleicht bezahlt DC auch besser oder gibt den Autoren im Zuge ihrer neuen Initiative mehr Rechte an ihren Figuren, was sie aber sicher nicht tun ist hier komplett anders zu agieren wie Marvel. Beide Verlage sind darauf angewiesen ihr geistiges Eigentum zu beschützen. Sollte Bendis bei DC eine neue „Jessica Jones“ erschaffen die im TV oder gar im Kino total erfolgreich wird lohnt sich das vielleicht für ihn mehr als bei Marvel, aber auf Dauer kreativen Einfluss vertraglich zuzusichern wird DC sicher nicht.

Zudem hätte Bendis bei seiner Stellung auch sicher bei Marvel nach verhandeln können, das ist nicht unüblich in der Branche und Marvel wäre sicher bereit gewesen für die Vermeidung des Image Verlustes einiges zu bezahlen.

Daher steht für mich fest das der Hauptgrund ohne Frage die neue Herausforderung war.

Was heißt das für die Zukunft? Bendis wird bei DC sicher anders arbeiten müssen als bei Marvel. Dort hatte er sehr viel Freiraum der jetzt gerade durch Johns und die Top-Autoren eingeschränkt wird. Ich gehe davon aus, dass er einen etablierten Charakter schreiben wird (Green Arrow vielleicht?) und zusätzlich die Möglichkeit bekommt einen neuen Charakter zu entwickeln. Im Zuge der „The New Age of DC Heroes“ Charaktere kann er sich dann relativ frei entfalten und man kann sehen wie er ankommt.

Und für Marvel ist das sicher nicht schön, aber auch kein Beinbruch. Es gibt mehr Autoren und der Weggang einer Persönlichkeit wie Bendis gibt jungen Talenten immer mal wieder die Möglichkeit selbst ins Rampenlicht zu treten.

Ich für meinen Teil sehe positiv in die Zukunft und bin gespannt was DC und Marvel in 2018 bringen.

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