Marvels Marketing auf Abwegen

Die Kontroverse um Captain America als Agent von Hydra ist jetzt fast ein Jahr alt, wird aber nun erneut befeuert. Das hat zum Einen mit Secret Empire zu tun, das Event das den Hydra Steve zum de facto Herrscher über die Welt macht, zum Anderen mit dem Marketing das Marvel hier betreibt.

Die Story an sich kann man gut finden oder nicht, ich persönlich bin sehr gespannt darauf wie sich das entwickelt. Für das Event ist mir wichtig, das Hydra hier sehr eindeutig die Bösen sind. Methoden und Ziele sind ganz klar bösartig und das Cap auf der falschen Seite steht ist für mich ein temporärer Kniff der zu verschmerzen ist, da die Figur des Captain America für mich nie ein starkes Symbol für irgendwas war. Es ist gleichzusetzen mit der Zeit von Tony als „Superior Iron Man“ und da gab es auch keinen Aufschrei.

Was das Marketing angeht habe ich schon eher Probleme. Hier gibt Marvel Hydra Shirts an die Comicshops aus und möchte das ganze als „Hydra Takeover“ promoten. Das ist in meinen Augen eine extrem dämliche Idee. Ja, Hydra ist sowohl in den Comics als auch im „Marvel Cinematic Universe“ keine ursächliche Nazi Vereinigung. Im Comic wurde Hydra ursprünglich als Gegner zu S.H.I.E.L.D. geschaffen, sowas wie Cobra für G.I. Joe ist. Die Nazi Verbindung wurde erst später geschaffen und auch da schnell mit einem älteren Kult, der aus Fernost kam, in Verbindung gebacht. Jonathan Hickman erweiterte das ganze dann unter anderem in seiner S.H.I.E.L.D. Serie um die Mythologie vom Orden des Schildes und des Speers wie es jetzt auch in Secret Empire genutzt wird. In der TV Serie Agents of S.H.I.E.L.D. wird erklärt das Hydra von Menschen gegründet wurde die einen Inhuman anbeteten der auf einen fernen Planeten verbannt wurde. Bei beiden also keine direkte Verbindung zum dritten Reich.

Dummerweise ist das vollkommen nebensächlich, weil das die meisten Leute nicht wissen. Im Marketing sollte man sich zwar an Fakten halten, aber die Gefühle und das was die Zielgruppe empfinden nicht außer Acht lassen. In dem man Comicverkäufer nach deren Empfinden bzw. nach dem Empfinden derer Kunden auffordert sich als Nazis zu verkleidet ist jenseits von dämlich. Neben den Aussagen die Marvel auf dem Retailer Summit getroffen hat ist dies einer weitere Marketing Schlappe die diesmal sicher Konsequenzen haben wird.

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