Valerian und die Stadt der Tausend Planeten

Nun ist sie endlich in den Kinos, die Verfilmung des französischen Comic-Klassikers. Vom Comic wurde Georg Lucas und damit wohl die meisten der Space-Opera Filme und TV Serien der letzten Jahrzehnte maßgeblich beeinflusst und so war auch ich gespannt darauf was mir geboten wurde.

Das größte Problem ist wohl die Darstellung der beiden Protagonisten. In den Comics ist die Beziehung zwischen Valerian und Laureline etwas das sich langsam entwickelt und zwar auf eine natürliche Art und Weise. Die Tatsache das man hier Valerian mit Nachdruck als Frauenheld darstellen will der dann Laureline einen Heiratsantrag macht sorgt dafür das beide von Anfang an recht flach wirken. Diese schlechte Charakterisierung zieht sich dann über den ganzen Film hin.

Die Handlung ist sowohl spannend als auch in Teilen vorhersehbar. Sie orientiert sich grob am Album „Botschafter der Schatten“ wobei das Geheimnis hinter allem ein anderes ist. Hinzu kommt das im Album Valerian fast nichts tut was für den Film vielleicht innovativ aber zugegebenermaßen recht dämlich gewesen wäre. Zudem ist das Album in der Charakterisierung lange nicht so flach wie es der Film ist.

Hinzu kommt das der Film einen großen Fehler macht der gerade das Comic so interessant gemacht hat. Im Film ist Alpha, die Raumstation quasi eine Schöpfung der Menschen, im Comic spielen hier die Menschen nur eine untergeordnete Rolle. Die Idee das die Menschheit automatisch im Zentrum stehen muss wird im Film als Selbstverständlichkeit angesehen wohingegen sie im Comic eben als schlechte Eigenschaft der Menschheit dargestellt wird.

Was bleibt ist ein optisches Meisterwerk. Hier kann man sehen wo Luc Besson Wert drauf gelegt hat und das ist das Aussehen und die Action. Der Film ist spannend, nett anzusehen, Cara Delevingne macht ihre Sache gar nicht so schlecht obwohl sie nicht wirklich zur Rolle der Laureline passt und ist halt auch nett anzuschauen. Bei Rhianna trifft das ebenso zu. Die Tricks sind hervorragend gelungen, die Aliens sehen klasse aus und in vielen Bildern fühlt man sich an das Comic erinnert, ein paar sind auch 1:1 übernommen.

Leider reicht das nicht um einen wirklich guten Film zu machen. Ich hätte mir mehr Mut von Besson gewünscht, mehr Tiefgang bei den Charakteren und weniger Schwarz/Weis Denken in der Darstellung. Höhepunkt war sicher die kurze Diskussion am Ende zwischen Valerian und Laureline ob man denn nun Regeln und Vorschriften folgen sollte oder seinem Herzen, aber dieser sehr zentrale Konflikt zwischen den Beiden aus den Comics kam hier leider viel zu kurz.

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