Boston Comic Con – John Byrne

Das wohl interessanteste Panel war das mit John Byrne, Howard Mackie und Chris Ryall. Was verwundert war, dass es extrem schlecht besucht war. Das hatte für die Anwesenden den Vorteil das es sehr viel familiärer war und man mehr Fragen stellen konnte. Zunächst sprachen die Anwesenden nochmal das Shatner Panel an und wieder sah man einen alten, weißhaarigen Mann erröten wie einen Schuljungen. Egal ob gespielt (dann aber gut) oder echte Aufregung es war extrem witzig.

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Byrne sprach nochmal über „Star Trek: New Visions“ und erklärte dass das ganze als Fanprojekt startete. Er hatte einige Bilder gefunden und spielte ein wenig mit Photoshop herum. Das war allerings in 72 DPI. Doch dann dachte er das er das wenn richtig machen sollte und fing nochmal von vorne an, diesmal aber in 600 DPI was dafür sorgte das er zum Teil andere Bilder suchen musste… oder tricksen.

Auf die Frage was seine liebsten Serien seine meinte er ohne zu zögern OMAC. Leider hat er hier nicht viel mehr erklärt sondern erwähnte dann natürlich auch Next Men weil dass das erste War das er für sich selbst geschaffen hat.

Dann warf jemand die West Coast Avengers in den Raum und Byrne erzählte das Mackie ihn damals anrief und meinte ob der keine Iron Man Geschichte machen wolle und er sagte das er keine Idee hätte was man mit Iron Man anfangen könne.

Am nächsten Morgen hat Byrne dann Mackie zurück gerufen, ihn verflucht und erzählt das er jetzt 3 Iron Man Geschichten hätte und nicht wisse wohin damit.

Mackie grinste daraufhin und meinte das dies Sinn der Sache gewesen sei. Daraus entstand eine Diskussion was einen guten und was einen schlechten Redakteur ausmacht. Für Byrne und Mackie war Kommunikation immer ganz wichtig. Wenn man etwas ändern musste war der Autor der letzte der sich dagegen stellte, er wollte aber gerne informiert werden und vielleicht auch Vorschläge machen können. Leider sind nicht alle Redakteure dieser Meinung sondern versuchen einer Serie ihren eigenen Stempel aufzurücken.

Byrne erkläre zudem das er es vor zog Charaktere in ihre etablierte Richtung weiter zu entwickeln anstatt sie radikal zu ändern, wie es heute so beliebt ist. Bei Northstar war es so das dieser vom „2. Tag“ an schwul war. Beim ersten Auftritt in Wolverine hat sich Byrne noch keine tiefgreifenden Gedanken um die Charaktere gemacht aber als dann die Alpha Flight Serie startete wollte er unbedingt einen homosexuellen Charakter dabei haben. Pug und Sasquatch schieden aus weil sie zu sehr ein Klischee bedienten, Hudson und Heather waren verheiratet und obwohl das kein Hinderungsgrund war einen von ihnen homosexuell zu machen würde es doch ein weiteres Problem generieren. Aurora hatte bereits mentale Probleme und da blieb Northstar übrig. Das er sonst ein Arsch war, war da keine Absicht. Byrne meinte zudem das er es schlecht findet das Northstar geheiratet hat, nicht weil er gegen gleichgeschlechtliche Ehe wäre sondern weil er einfach denkt das Northstar nicht der Typ für die Ehe sei.

Dann kam die Frage wie Marvel sein Weggang zu DC aufgenommen hat. Er war davon ausgegangen für beide arbeiten zu könne (wie das heute ja auch einige tun) doch damals hatte er gerade bei DC angefangen als Marvel sein bereits komplett fertiges FF Comic zu Jean Greys Rückkehr komplett änderte. Da erkannte er das sein Plan wohl nicht aufgehen würde.

Auf die Frage wie das bei She-Hulk zu Stande gekommen ist wo sich Teile wo er nahezu nichts zeichnet mit solchen abwechseln wo eine Seite komplett überladen ist meinte er das er zuvor an den FF gearbeitet hatte und dort alles machen musste und bei She-Hulk das Gefühl hatte jetzt alles anders machen zu müssen.

Das Thema nutzte er auch um eine Anekdote über Chris Claremont zum Besten zu geben. Byrne regte sich immer darüber auf Claremont so viel Texte brauchte und so das tolle Artwork von Byrne überdeckt wurde. Als Frank Miller dann die von Claremont geschriebene Wolverine Spin-Off Serie zeichnen sollte warnte Byrne ihn vor und so lies Miller in seinen Panels extra viel Platz doch Claremont fand das zum Einen irgendwie cool und zum Anderen passte der eher wortkarge Ansatz eher zu Wolverine. Nach dem Erscheinen des ersten Heftes wurde dann Miller für seinen neuen, weiten und doch minimalistischen Stil gelobt.

Das Problem sei auch, das Autoren oftmals nicht in Bildern sondern in Film denken. Sie wollen Bewegung die aber in einem Comic eben nur zwischen den Panels statt findet. Er nannte auch noch ein Beispiel das ein Autor verlangte das Hawkman aus einem Aufzug heraus durch die gespreizten Beine eines Mannes durchfliegen sollte. Selbst für Superman wäre das schwer, doch Hawkman mit seinen Fügeln könnte das wohl nicht schaffen.

Byrne erklärte dann nochmal sein X-Men Elsewhen „Projekt“ (http://www.byrnerobotics.com/forum/forum_posts.asp?TID=53933&PN=1&totPosts=19). Er wollte einfach nur sehen ob er noch etwas zeichnen könnte was jemand anders dann tuscht, und begann mit einer Seite eines X-Men Comics wo Wolverine gegen Sauron kämpfte und dann kam noch eine zweite hinzu und so weiter bis schließlich 20 Seiten zusammen waren. Mittlerweile machten auch Bilder mit Byrne und C.B. Cebulski die Runde, dem Chefredakteur von Marvel doch Byrne sagte dazu das er zwar nie, nie sagen würde aber es wäre doch sehr unwahrscheinlich das es zu einer Zusammenarbeit kommen würde. Marvel sei sein zu Hause doch er würde es so sehen das Marvel das Paradies war und jemand es abgerissen und ein Parkhaus drauf gebaut hat.

Zum Schluss hielt er nochmal das „Star Trek New Visions“ hoch und meinte das Photoshop ein Beweiß sei das Gott existiert.

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