Dan Cooper Gesamtausgabe #8 [deu]

Zurück zum Militär

Autor: Albert Weinberg
Zeichner: Albert Weinberg
Übersetzung: Uwe Löhmann, Max Murmel
Lettering: Kai Frenken, Horst Gotta
Kaufen: Splitter Shop
Bewertung: 4/5

Der redaktionelle Teil geht diesmal auf den Übergang von Lombard zu Koralle ein. Mit dem Start von Zack fand Weinberg im Koralle Verlag eine neue Heimat und bald schon erschienen die Abenteuer zuerst auf Deutsch. Gleichzeitig versuchte sich der belgische Autor und Zeichner aber auch an anderen Serien, so gab den Rennfahrer Knut Andersen oder die Taucher Barracuda. Aber auch Werbecomics für Michelin XAS Reifen und die immer stärkere Technikverliebtheit von Weinberg, die sich ausführlich erklärte Risszeichnungen zeigte, waren ein Thema.

Black Tiger

Die Kurzgeschichte spielt in Deutschland wo Dan noch stationiert ist. Die Staffel hat seit längerem einen unmarkierten Doppeldecker beobachtet der wilde Flugmanöver absolviert und durch einen Zufall kommt Dan ihm auf die Spur.

Die Geschichte ist recht gradlinig und wirkt interessanterweise gar nicht so gestellt zieht man in Betracht das der zum Einsatz kommende F-104 „Starfighter“ auch als Witwenmacher bekannt war ob seiner Unzuverlässigkeit.

Das Rätsel der Mig-23

Die Geschichte erschien 1977 und nutzt hier das Thema des kalten Krieges gut aus. Wie schon zuvor ist Weinberg zurückhaltend mit der Idee das die Russen die einfachen Bösen sind. Auf 16 Seiten schafft er es eine interessante Spionagegeschichte zu erzählen die einige interessante Wendungen hat und wo nicht mit einem einfachen „Gut/Böse“ Schema gearbeitet wird. Der Leser kann lange Zeit mit fiebern weil nicht ganz klar ist wer welches Spiel spielt.

Es gibt sogar einen kurzen Verweis auf die Mig-25 und zum ersten Mal tauchen hier auch F-4E Phantom auf, die gerade in Deutschland lange Zeit zu einem täglichen Bild am Himmel gehörten.

Miss „X“

Dan verlässt Deutschland und soll mit seiner Staffel eine junge Frau beschützen die aus einem südamerikanischen Land flieht. Sie ist an Bord einer DC-3 und die kanadische Staffel hat F-5, doch der Teil in der Luft ist nur Nebensache weil es einige Verschwörungen, Verwicklungen und Überraschungen gibt. Wieder einmal muss Dan auf Freunde bauen und beweisen das er nicht nur als Pilot taugt.

Offenbar fällt es Weinberg leichter Südamerikaner als Böse dar zu stellen als es bei Russen der Fall ist.

Azimuth Zero

Das erste Albumlange Abenteuer in diesem Sammelband wird dann auch nochmal komplexer. Zurück in Kanada soll Dans Staffel an der Operation „Azimuth Zero“ teil nehmen, einem Manöver bei dem Amerikaner die Rolle der Aggressoren spielen. Zur Beobachtung kommen zwei Offiziere der U.S. Air Force hinzu wovon einer ein Rassist und die andere schwarz ist. Alleine das ist schon beachtlicher Stoff für eine eher auf jüngeres Publikum zugeschnittene Geschichte, doch dann spielen auch nicht alle beteiligten mit offenen Karten und es kommt Spionage hinzu.

Die Spannung und das eigentliche Manöver sind spannend erzählt und gelungen. Das Thema Rassismus wird allerdings ein wenig zu offensichtlich angegangen. Hinzu kommt, das hier mit den Watts Unruhen argumentiert wird bei denen nach neueren Erkenntnissen 26 der 34 Tote durch die Polizei oder die Nationalgarde verursacht wurden und nahezu alle der Toten schwarz waren. Das macht die Geschichte des Rassisten extrem unglaubwürdig.

Technisch wird hier einiges aufgefahren. Neben einer E-2 Hawkeye zur elektronischen Kriegsführung, gibt es die CF-101 Voodoo, Tornados der deutschen Luftwaffe, eine Bombarc Boden-Luft Rakete und eine CT-133 die hier fälschlicherweise als T-33 bezeichnet wird.

Verloren im Niemandsland

Es geht wieder ins Ausland, diesmal in den Mittleren Osten. Dan soll dort mit den Red Bisons, die jetzt unter dem Kommando des doch recht stürmischen Hunt stehen einen Geheimauftrag ausführen. Die Lage in diesem Teil der Welt hat sich seit damals nicht wirklich gebessert, auch da war der Jemen ein Bürgerkriegs-Staat und Klans und Warlords haben alle versucht ihre eigene Macht zu festigen was Söldner auf den Plan gerufen hat. In All dem soll Dan nun verschwundene Satelliten suchen.

Die Geschichte ist spannend, durch die noch immer gegebene Aktualität glaubwürdig und zudem vielschichtig. Die Nebencharaktere sind gelungen, wobei Hunt ein klein wenig überzeichnet ist. Einziger Wehrmutstropfen ist der Riesenzufall der Randi und Dan erneut zusammen bringt, wobei Weinberg hier scheinbar eine längere Geschichte im Hintergrund vorbereitet.

Zunächst sind da wieder die F-5 mit denen die Kanadier fliegen, im Oman steigen sie jedoch auf die britischen SEPECAT Jaguars um. Gegner sind diesmal neben den fast schon obligatorischen Mig-21 auch ältere Mig-19.

Gefahr aus dem All

Im letzten Teil wird es dann doch wieder ein Stück phantastischer. Es gab einen mysteriösen Absturz im Norden Kanadas und Dan hilft zunächst beim Löschen der Brände und versucht dann der Ursache auf die Spur zu kommen. Das seine „Rettung“ eines Airbuses an dessen Bord er sich zufällig befand damit zu tun hat wird schnell klar.

Es geht wieder im Spionage und Gegenspionage, darum das kaum großes Misstrauen herrscht und es ein großes Geheimnis ist was denn da nun runter gekommen ist. Die Lösung des Ganzen ist dann wirklich etwas weit her geholt. Hinzu kommt, das Randi schon wieder zufällig auf taucht so kurz nach dem letzten Mal fällt das nun doch auf. Wieder wird nicht wirklich erklärt was los ist und die Hoffnung bleibt das dieser Teil der Geschichte doch noch irgendwie Sinn ergibt.

Diesmal sieht man eine Canadair CL-415 welche beim Löscheinsatz benutzt wird und die mittlerweile fast schon obligatorische F-5.

Fazit

Hier beginnt die Hochzeit von Dan Cooper. Die Geschichten sind spannend, glaubwürdig (größtenteils) und Dan beginnt einen eigenen Charakter zu entwickeln. Es werden auch erwachsenere Themen wie Rassismus, der kalte Krieg und die Tatsache das bei Spionage eben „ehrliche“ Soldaten den kürzeren ziehen angesprochen. Vor allem aber ist es die Technik die realistischer und detailreicher wird. Viele der damals üblichen Flugzeuge findet man hier wieder und die extrem detailgetreu nicht nur von den Zeichnungen her. Hier merkt man einfach die Liebe zur Luftfahrttechnik.

Aber auch die Landschaften wissen immer mehr zu überzeugen. Egal ob es die gefrorene Tundra Kanadas ist, die Wüste des Jemen oder der Dschungel Südamerikas, alles wirkt realistisch und greifbar bis hin zu dem Punkt das man glaubt die Bilder schonmal in Echt gesehen zu haben.

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