Mehr Technik

Autor: Albert Weinberg
Zeichner: Albert Weinberg
Übersetzung: Uwe Löhmann, Max Murmel
Lettering: Kai Frenken, Horst Gotta
Kaufen: Splitter Shop
Bewertung: 4/5

Kaum war Weinberg primär für Zack tätig änderte sich der europäische Comicmarkt erneut und das deutsche Comicmagazin musste schließlich die Segel streichen.

Der redaktionelle Teil beschäftigt sich aber nicht nur mit dem künstlerischen Werdegang Weinbergs sondern vor allem mit seiner ständig wachsenden Begeisterung für die Details der Luftfahrttechnik und die damit verbundenen Besuche bei diversen Staffeln.

Zudem wird näher auf seine neue Serie um eine Gruppe von Tauchern „Barracuda“ eingegangen, die sogar eine Kooperation mit der gleichnamigen Marke für Tauchzubehör einging.

Das Geheimnis der Fliegenden Steine

Die Kurzgeschichte knüpft direkt an das letzte Album an. Wieder geht es um seltsame „fliegende Steine“ und so macht auch das drumherum nur wenig Sinn. Hinzu kommt das hier nachträglich ein Toter wieder lebendig gemacht wurde was ebenso seltsam wirkt.

Als Jets kommen nur diese beiden „Phantoms“ vor.

Verrat auf Boneyard 22

Dan ist in New Mexico auf der Suche nach einem Prototyp, findet aber nur den toten Piloten. Als „Basis“ dient eines der „Bonesyards“ der Air Force (hier wahrscheinlich das in Roswell) und muss dort feststellen das er mal wieder in eine Spionage Geschichte gerutscht ist.

Dan fliegt hier eine Harrier mit kanadischen Abzeichen obwohl Kanada diese nie eingesetzt hat. Zudem gibt es noch einen „Prototyp“ der extrem seltsam aussieht.

Projekt F-18

Kanada soll neue Kampfjets bekommen. In der engeren Auswahl sind McDonnell Douglas F-18 und „Fulgurs“, eine ausgedachte Firma deren Jets stark an Mirage erinnern aber einen dorsalen Lufteinlas haben. Dan soll mit seiner Staffel die Vorzüge der F-18 präsentieren während eine norwegische Staffel mit seinem Freund Gunnar Nielsen, dem Bruder von Randi die Fulgurs in einem guten Licht dar stellen soll. Das ganze wird aber dadurch verkompliziert das die Firma Fulgur nicht mit offenen Karten spielt und der Bruder des Geschäftsführers die norwegische Staffel anführt.

Ein wenig offensichtlich was hier passiert, dafür gibt es technische Details und das nicht zu knapp. Eine Unmenge an Flugzeugen und Innenansichten, Details zu Steuerung und HUD und vieles mehr. Sogar eine F-14 gibt es zu sehen obwohl es die in Realität nicht bis zur RCAF geschafft hat.

Die Story an sich ist nicht sonderlich spannend weil klar ist was passiert und auch was eben am Ende passieren muss. Dafür gibt es viel Technik und ein Wiedersehen mit einigen alten Bekannten, sogar der arrogante Hunt taucht wieder auf und Dan bekommt wieder einen Pudel.

Man kann hier eine F-15 Eagle, eine F-4E Phantom, einen CF-104 Starfighter sehen. Es folgt eine zweisitzige CF-5 CF-116) Freedom Fighter, die „Fulgurs“, eine weihnachtlich bemalte Mirage IIIC die von 2 Mig-21 eskortiert wird und Dans F-18 Hornet. Dann haben wir die Steuerung der F-18, eine als Drohne eingesetzte F-14 Tomcat und eine mit kanadischen Hoheitsabzeichen. Es folgt noch eine, als Zielflugzeig A-7 Corsair und eine Hawk von der aus diese ferngesteuert wird. Als Abschluss gibt es noch die Cockpitanzeigen der F-18.

F-111 in Gefahr

Nach der F-18 wird hier das nächste, damals aktuelle, Flugzeug thematisiert. Die F-111 war eigentlich als Kampfjet konzipiert, doch dann als taktischer Bomber und zur elektronischen Kriegsführung eingesetzt wurde. Hier geht eine solche „Aardvark“ verloren und nur Dan kann sie wieder finden, da sein Freund Kid Dereika die Maschine geflogen hat und er damit bessere Chancen hat ihn zu kontaktieren.

Es geht um Spionage und Gegenspionage, um die Tatsache wer was weiß und was eben nicht und wem man trauen kann und wem nicht. Dan muss hier feststellen das die Arbeit beim Militär nicht immer moralisch einwandfrei ist und das es nicht immer der „Gegner“ ist der das Leben bedroht.

Erstaunlich erwachsenes Thema und auch sehr kritisch gegenüber der Obrigkeit für ein Comic das Militärtechnik primär in einem guten Licht dar stellt und sich doch eher an junge Leser gerichtet hat.

Auch hier gibt es wieder einiges an Flugzeugen. Neben der titelgebenden F-111 ein paar F-4E Phantom, eine F-18 Hornet, eine Risszeichnung einer Cruise Missile, eine S-2 Tracker, die obligatorische CF-5, die F-111 Version zur elektronischen Kriegsführung EF-111, zwei Mig-23, zwei CF-104 Starfighter und eine Mig-21.

Die Fliegerin ohne Namen

Mal wieder wird offensichtlich das Weinberg weniger Probleme hatte kleinere Diktatoren aus Südamerika als den Feind an zu sehen als z.B. die Russen, die zu der damaligen Zeit eigentlich ein Abonnement auf diese Rolle hatten, gerade wenn es um militärische Geschichten geht.

Ein solcher Diktator möchte die S-2 Tracker der RCAF kaufen und so viel dafür zahlen das diese sich neue Grummans dafür kaufen kann. Dan ist damit gar nicht einverstanden, aber natürlich ein guter Soldat und zeigt dem Diktator alles was dieser wissen muss. Dummerweise gibt es da dann auch noch diverse Rebellengruppen die es auf den Diktator abgesehen haben und sich dabei auch noch gegenseitig übertrumpfen wollen.

Hier schafft es Weinberg erneut so geschickt zu gestallten das man eben nicht immer weis was wie passieren wird. Zudem ist auch hier zu sehen dass das Militär nicht immer moralisch einwandfreie Entscheidungen trifft.

Man sieht natürlich die S-2 Tracker die verkauft werden sollen. Der Diktator hat eine eigene, doppelsitzige Hawk, es kommt eine CP-140 Aurora zum Einsatz und sowohl die CF-5 als auch CF-104 Starfighter dürfen nicht fehlen.

Fazit

Weinberg wird hier sehr viel kritischer mit dem Militär und sein Held macht die ersten Schritte weg vom reinen Befehlsempfänger. Die Themen werden realistischer, bleiben aber vielfältig, vor allem aber ist zu sehen das der Fokus auf die real existierende Technik steigt. Offensichtlich hat Weinberg immer mehr Zugang zu entsprechenden Informationen erhalten und baut diese geschickt in seine Geschichten ein. Man darf nicht vergessen das dies alles vor dem Internet entstand und einige dieser Infos sicher nicht einfach zu bekommen waren.

Die Zeichnungen werden somit auch technischer und glaubwürdiger. Es gibt mehr unterschiedliche Flugzeuge zu sehen wobei Landschaft und Menschen natürlich nicht vollkommen in den Hintergrund treten. Allerdings scheint Weinberg keine große Bandbreite an Frauen zeichnen zu können. Die namensgebende Fliegerin aus dem letzten Kapitel sieht Randi verdächtig ähnlich.

Ein Gedanke zu „Dan Cooper Gesamtausgabe #9 [deu]“

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